Foto: Chrostoph Binder


Förderprojekt Spielzeit 2015/16

Die neue Inszenierung von Autor und Regisseur René Pollesch spielt unter freiem Himmel: in einem Autokino vor den Toren der Stadt. Gezeigt wird kein einfacher Film, sondern Theater, live gespielt, live gefilmt und für alle sichtbar live übertragen auf die riesige Bildwand des Autokinos.

Seine Inszenierungen, die er ausgehend von seinen eigenen Texten erarbeitet, entstehen immer in engster Zusammenarbeit mit dem Ensemble und haben wegen der humorvollen, überbordenden Bilderwelt und Sprechweise Kultstatus erworben. Das Medium Film spielt in den Arbeiten von René Pollesch eine entscheidende Rolle, zum einen bezieht er sich in seinen Texten und Inszenierungen häufig auf Filme, zum anderen spielt er mit den Mitteln des Live-Videos. Mit seiner aktuellen Uraufführung geht René Pollesch – wie schon für die Ruhrtrilogie (2008 – 2010 im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010) – in den Stadtraum: Theater im Autokino.

Man sieht ein Paar nebeneinander im Autokino sitzen und das ganze wird damit enden, dass beide auseinandergehen. Aber dennoch ist etwas hoffnungsvolles zu sehen. Nämlich die Länge der Zigarette des Hauptdarstellers. Sie wächst und schrumpft auf ihre Art und ganz entgegen dem Lauf der Dinge. Sie scheint sich dagegen zu wehren, was der Lauf der Dinge sein soll. Die Zigarette kommt immer wieder, wie Jesus. Und wir kennen diesen Jojo-Effekt ja: alles kommt wieder, Jesus, die alte Figur wenn man nicht mehr zum Fitnesstraining geht.
Text: Schauspiel Stuttgart

Weitere Informationen unter: http://www.schauspiel-stuttgart.de/spielplan/premieren/stadion-der-weltjugend/
Uraufführung: 01. Juli 2016
Ort: Autokino Kornwestheim

Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Dramaturgie: Anna Haas